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Einführung in das Thema

Deutschland war bis weit ins 19. Jahrhundert hinein Agrarland. 1850 waren 55% der Beschäftigten in der Landwirtschaft tätig, 1882 immer noch gut 40%. Ein Großteil der Arbeitszeit musste für die Bearbeitung des Bodens aufgewendet werden. Diesen Teil der Tätigkeiten nannte man allgemein „Bodenkulturarbeiten“, die bearbeiteten Flächen waren „in Kultur“. Jahr für Jahr wiederholte sich zu bestimmten Zeiten die gleichen Arbeitsprozesse, von Zugtieren oder auch durch menschliche Kraft wurde der Boden mit entsprechenden Werkzeugen für die Aussaat vorbereitet. Vor 6000 Jahren kamen die ersten Hakenpflüge in Gebrauch, den modernen Pflug ganz aus Eisen gibt es erst seit knapp 200 Jahren. So alt wie die Geschichte der Bodenkultur so alt sind die Bemühungen diese schwere Arbeit leichter, schneller und einfacher zu machen sowie die Ernteerträge durch eine bessere Bearbeitung zu steigern. Im Gleichgewicht waren die erreichten Ernteerträge und die Ernährungslage der Bevölkerung selten. Die Situation verschlechterte sich Anfang des 19. Jahrhunderts zunehmend. Die Bevölkerungszahl stieg rasch an. Die schlechten Lebensbedingungen auf dem Lande führten zu Abwanderungswellen in die urbanen Zentren. Die beginnende Industrialisierung verstärkte die Tendenz noch. Die Ernteerträge konnten aber aufgrund der rückständigen Verhältnisse auf dem Lande nicht im notwendigen Maße gesteigert werden. 1793-95, 1800, 1805-1807 kam es zu Hungerjahren. Danach kam es im Durchschnitt alle vier Jahre zu Engpässen bei der Versorgung der Bevölkerung. Neue Kulturpflanzen brauchten Jahrzehnte, bis sie in größerem Umfang angenommen wurden. Diese Pflanzen mussten darüber hinaus in größerer Tiefe gesetzt werden. Bei der Bodenbearbeitung mit Gespannen konnte die Arbeitstiefe aber nicht weiter gesteigert werden, man kam an eine Grenze. Es begann ein Wettlauf mit der Zeit. Die Bodenkultur krankte an einem grundsätzlichen Problem – ohne eine ergiebige, jederzeit nutzbare Energiequelle war das Ernährungsproblem nicht zu lösen.

Dieses Buch handelt von diesem Wettlauf. Erst mit dem Auftreten der Dampfkraft stand eine Energiequelle zur Verfügung, die eine völlig neue Entwicklung in der Bodenbearbeitung ermöglichte: die Mechanisierung der Landwirtschaft und der Bodenbearbeitung begann. Wie so oft in der Geschichte der Technik, wurde zu Beginn einer grundlegenden Entwicklung mit einer Fülle von Innovationen gearbeitet. Die Anzahl der versuchten Verfahren, Bodenkultur mit Dampfkraft zu betreiben, ist kaum zu überblicken. Die bekannte Bodenbearbeitung mit Dampfpflügen war nur eine von vielen. Vom direkten Zug mit Dampfschleppern bis zum Einsatz von mit Zugmitteln bewegten Arbeitsgeräten wurde alles versucht, was Erfolg versprach. In dieser Phase entstanden auch völlig neue Verfahren, die beispielsweise mit rotierenden Bearbeitungswerkzeugen oder Grabwerkzeugen arbeiteten. Die Dampfkraft machte auch derartige Verfahren möglich.

In nicht einmal einhundert Jahren änderte die Nutzung der Dampfkraft in der Landwirtschaft die Lebens- und Arbeitsbedingungen stärker als alle Bemühungen in den vorangegangenen Jahrhunderten. In dem Buch „Der Dampfpflug und andere Maschinen der Dampf-Bodenkultur“ wird diese Entwicklung im Detail für die Bodenkulturverfahren dargestellt. Es werden Dampfpflüge mit direkten Zug, dampfgetriebene Fahrpflüge, Dampfpflüge mit Winden oder Seiltrieben, selbstziehende Dampfpflüge und solche nach dem Seilgangsystem, dampfgetriebene Bodenfräsmaschinen und Grabmaschinen dargestellt. Nur wenige der Verfahren haben bis heute überlebt.

Das endgültige Ende der Dampf-Bodenkultur kam in den 1970er Jahren. In zwei Nischen hatten sich große Dampfpflüge bis zu diesem Zeitpunkt einen zähen Kampf mit den Maschinen mit Verbrennungsmotoren geliefert, zum einen bei schweren Meliorationsarbeiten und, etwas häufiger, bei der Urbarmachung von sehr mächtigen Mooren. Ab Mitte der 70er Jahre wurden aber auch dort die Dampfpflüge durch schwere Raupenschlepper ersetzt.

 

 

Zu dieser Publikation gibt es eine sehr umfangreiche Auszugsdarstellung im Format PDF.
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Der Dampfpflug und andere Maschinen der Dampf-Bodenkultur.

Zur Geschichte der Mechanisierung der Bodenbearbeitung mit Dampfkraft.

Inhalt (Auszug):

  • Mechanisierung der Landarbeit und Dampf-Bodenkultur
  • Arbeitsverfahren beim Pflügen
  • Morphologie der Maschinen für die Dampf-Bodenkultur
  • Dampfpflüge mit direktem Zug
  • Dampfpflüge nach dem Windesystem
    • Einmaschinensysteme mit Winden
    • Zweimaschinensysteme mit Winden
  • Dampfpflüge nach dem Seilsystem
  • Dampf-Bodenfräsmaschinen
  • Dampf-Bodengrabmaschinen

Ausstattung:

  • Format:              Großformat (DIN A3; quer)
  • Einband:             Buchbindereinband
    •                     Vorder- und Rückseite Hartdeckel bezogen mit schwarzer Elefantenhaut,
    •                     Vorderseite mit Prägung für Bild und Schriftzug
    •                      Abmessungen 32cm x 44cm
  • Bindung:             Rücken dunkelgraues Gewebe/Karton
  •                                Vierfach-Schraubbindung (jederzeit lösbar, ergänzbarer Inhalt)
  • Papier:               CLC Natur, hochfein, extraglatt, 100 g/m2
  • Vorlageblätter:   Elefantenhaut, 120 g/m2

Druck:

  • Fotomechanische Wiedergabe

Umfang:

  • Anzahl der Seiten:                           530 Seiten DIN A3
  • Anzahl der Abbildungen:                 310
  • Anzahl der ganzseitigen Tafeln:     102

Preis:         174,- Euro

Erschienen: 2008

Stand: 2016 (Umfang und Preis des Buches können sich in Abhängigkeit vom Forschungsstand ändern)

 

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