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Einführung in das Thema

Der Titel dieser Veröffentlichung „Die Kunst des konstruktiven Zeichnens“ ist ungewöhnlich. Das Zeichnen technischer Objekte hat in der Geschichte der Technik kaum Beachtung gefunden. Mit „konstruktivem Zeichnen“ sind dabei alle Arten und Formen von Darstellungen technischer Objekte gemeint, die im Verlauf der Geschichte von Menschen geschaffen worden sind – von prähistorischen Ritzungen in Stein bis zu den technischen Zeichnungen der Neuzeit. Die Nichtbeachtung ist umso bedauerlicher, da das konstruktive Zeichnen seit dem 19. Jahrhundert den Prozess der Industrialisierung nicht nur begleitet, sondern dominiert hat.

Darstellungen von technischen Gerätschaften reichen weit in die Ur- und Frühgeschichte der Menschheit. Einfache Lineardarstellungen auf Steinen weisen ein Alter von mehr als 115000 Jahre auf. Symbolische Formen werden seit gut 90000 Jahren verwendet. Die ersten konkreten Skizzen von realen Objekten sind vor über 50000 Jahren entstanden, also weit vor dem Auftreten des modernen Menschen. Vor 30000 Jahren sind die ältesten Zeichnungen „technischer Objekte“ angefertigt worden. Es gilt also über eine lange Zeit zu berichten. Der Anlass für diese Veröffentlichung ist aber ein aktueller. Die gesamte Welt des konstruktiven Zeichnens in seiner letzten „modernen“ Form verschwindet gerade. Und mit ihr die Akteure, die Arbeitsmittel, die Arbeitsinhalte, die Fertigkeiten, das spezielle Wissen und die Formen der betrieblichen Organisation der konstruktiven Arbeit. Die gesammelten Erfahrungen sind wertlos geworden. Das Können wird nicht mehr gebraucht. Es muss daran erinnert werden, dass bis zum Anfang der Industrialisierung das Knowhow der Fachleute in den Werkstätten, der Werkmeister und der versierten Mechaniker, die Basis des technischen Fortschritts war.Die Dampfmaschine veränderte die Arbeitswelt in den Werkstätten grundlegend. Die Mechanisierung erforderte nur noch eine geringe Qualifikation der Arbeitenden. Das Wissen und Können der Werkmeister wurde bei der arbeitsteiligen Produktion nicht mehr benötigt.

Die Erfahrungen von Jahrzehnten und Jahrhunderten durfte aber nicht verloren gehen. Sie wurden in anderer Form als Vorgaben für einzelne Arbeitsoperationen nach wie vor dringend benötigt. Das Medium, in das dieses Wissen einfloss, war die konstruktive Zeichnung. In ihrer „modernen“ Form war sie zum umfassenden Wissensspeicher geworden, für die Bearbeitung, die Oberflächenausführung, die Wärmebehandlungen, die Passungen, die Funktionsvorgaben usw. usw. Die technische Zeichnung veränderte noch einmal alles – von der betrieblichen Organisation bis zu den logistischen Ketten. Darin lag ihre überragende Bedeutung. Die konstruktive Zeichnung ist heute weitgehend verschwunden, aufgegangen als digitale Information in den digitalen Systemen der digitalen Fabriken.Das Verschwinden der „Zeichenarbeiter“ mag für viele kein Verlust sein. Mit der rückstandslosen Auflösung der Kultur der Arbeit hat man hierzulande große Erfahrung. Aber die eigene Geschichte hat für die Gesellschaft eine tiefergehende Bedeutung. Mit der Unkenntnis über die Lebenswelten der arbeitenden Menschen ist ein Verlust an Identität bei jedem einzelnen verbunden. Mit dem Verschwinden der realen Arbeit verschwindet nicht das Erinnern. Mit dem Verlust an Identität geht ein Verlust an gesellschaftlicher Identifikation einher. Das konstruktive Zeichnen ist kein bedeutender Teil der Kulturgeschichte der Technik. Aber auch dieser Teil hat seinen Anteil an der Identität und Identifikation.

Dieses Buch beschreibt die geschichtliche Entwicklung des konstruktiven Zeichnens von der Frühzeit bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Schwerpunkt liegt nicht auf funktionalen Aspekten der aufgenommen Beispiele. Der Schwerpunkt liegt auf den unterschiedlichen Formen, Arten und Ausführungen von technischen Zeichnungen des 19. und 20. Jahrhunderts. Dargestellt werden auch die Grundlagen der Projektionslehre aus der Darstellenden Geometrie, die graphischen Verfahren der Statik, der Dynamik u.a. sowie die Nomographie. Es ist gerade noch Zeit bis zum endgültigen Verschwinden dieses Teils der Arbeitswelt. Es gibt noch viele, die sich erinnern.

 

Die Kunst des konstruktiven Zeichnens

Inhalt (Auszug)

  • Kulturgeschichte technischer Darstellungen
  • Zeichnungen in der Technik
  • Künstler, Kunstmeister, Ingenieure
  • Technische Skizzen
  • Zeichnungen beim Entwerfen
  • Gesamtzeichnungen, Zeichnungen der Einzelteile
  • Zeichnerische Verfahren der Technik (graphische Statik, Dynamik u.a.)
  • Nomographie
  • Arbeitsmittel, Zeichenwerkzeuge, Zeichenapparate

Ausstattung

  • Format: Großformat (DIN A3; quer)
  • Einband:
    • Buchbindereinband
    • Vorder- und Rückseite Hartdeckel bezogen mit schwarzer Elefantenhaut,
    • Vorderseite mit Prägung für Bild und Schriftzug
  • Abmessungen: 32cm x 44cm
  • Bindung:
    • Rücken dunkelgraues Gewebe/Karton
    • Vierfach-Schraubbindung (jederzeit lösbar, ergänzbarer Inhalt)
  • Papier: CLC Natur, hochfein, extraglatt, 100 g/m
  • Vorlageblätter: Elefantenhaut, 120 g/m2
  • Druck: Fotomechanische Wiedergabe
  • Umfang:
  • Anzahl der Seiten: 320 Seiten DIN A3
  • Anzahl der Abbildungen: 294
  • Anzahl der s/w Tafeln: 92
  • Anzahl der ganzseitigen farbigen Tafeln: 11
  • Preis:       138,- Euro
  • Erschienen: 2016
  • Stand: 2018 (Umfang und Preis des Buches können sich in Abhängigkeit vom Forschungsstand ändern)
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