Beschreibung des Modells der Lokomobile „Larbodiére“

Als Lokomobilen werden üblicherweise ortsveränderliche Kraftmaschinen bezeichnet, bei denen der Dampferzeuger und die Dampfmaschine eine bauliche Einheit sind. Mit ihnen wurden alle Arten von Arbeitsmaschinen an wechselnden Orten angetrieben. Gespanne zogen die Maschinen von einem Einsatzort zum anderen. In den 1830er Jahren wurden die ersten gebaut. Ihr Einsatzgebiet war am Anfang die Landwirtschaft. Einige Leser werden aus der großen Menge an Veröffentlichungen über Lokomobilen die schweren, zweiachsigen Standardmaschinen mit liegendem Feuerbüchsenkessel und aufgesattelter Maschine kennen. Sie wurden von vielen Herstellern gebaut. Leider verengt das veröffentlichte Bild den Blick auf das ganze Geschehen. Lokomobilen wurden in allen erdenklichen Bereichen eingesetzt, im Handel, in Gewerbebetrieben, in der Bauwirtschaft, in der Holzwirtschaft u.a.m. Sie waren auch nicht nur zweiachsig. Üblich waren auch einachsige Maschinen, versetzbare Ausführungen ohne Räder, es gab sogar kleine Maschinen, die von einigen Personen getragen werden konnten. Die Vielfalt an technischen Ausführungen war ebenfalls kaum abzugrenzen. Es gab Lokomobilen mit Stehkesseln aller Art, die Maschinenausführungen gingen von Balanciermaschinen bis zu schnelllaufenden Dampfmotoren. Es gab sogar Lokomobilen mit integrierten Arbeitsmaschinen.

Die Lokomobile „Larbodiére“

Die Lokomobile „Larbodiére“ ist aus technikgeschichtlicher Sicht in allen Aspekten eine herausragende Konstruktion. Sie war relativ leicht. Das Rädergestell besaß nur eine Achse. Die sehr großen Räder erlaubten den Wechsel des Einsatzortes auch in schwierigem Gelände. Gezogen wurde die Maschine von nur einem Pferd mit Hilfe einer Gabeldeichsel. Der Kessel war sehr ausgefallen. Ein Wasserrohrkessel mit großem oberen Dampfsammler und vorne stehendem Wasserkasten erzeugte den notwendigen Dampf. Der Feuerraum war durch eine große, kastenförmige Blechverkleidung abgegrenzt. Er war so groß, das auch schnellverbrennendes Material wie Stroh und andere pflanzlichen Reststoffe verfeuert werden konnten. Die Einzylinder-Dampfmaschine stand hinten auf dem Rahmen. Der französische Hersteller der Lokomobile ist leider nicht bekannt. Gebaut wurde die Maschine um 1870.

Die Informationssituation bei diesem Modell war sehr unvollständig. Es lagen weder Abmessungen noch Leistungsdaten vor. Zwei Skizzen der Lokomobile waren die einzigen Informationen, die als Basis für die Modellkonstruktion verwendet werden konnten. Leider waren dies Skizzen geometrisch so ungenau, dass eine entsprechende Rekonstruktion nicht durchgeführt werden konnte.

Das Modell der Lokomobile ist keine genaue, geometrisch ähnliche Version. Die Dimensionen wurden so geschätzt, dass sich ein Maßstab von etwa 1 : 6 ergab. Als Kessel wurde ein stehender Rauchrohrkessel verwendet. Die abweichende Ausführung wurde so kaschiert, dass die äußere Ähnlichkeit zum Vorbild gewahrt wurde. Die Modelldaten sind:

Modelldaten

Modellmaßstab:                                 etwa 1 : 6

Größe des Modells:                             Länge 890 mm, Breite 280 mm, Höhe 770 mm

Modellaufbau:                                     modular, 13 Baugruppen

Gewicht:                                             ca. 220 N

Kessel:                                                stehender Rauchrohrkessel aus Niro, Inhalt ca. 1,6 l

Feuerung:                                           Gasfeuerung, ein Gasbrenner

Antrieb:                                               Einzylinder-Maschine, keine Umsteuerung

Zeichnungen

EPSON MFP image
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